| Neue Klangwelten: Ultimate Ears TripleFi 10vi |
| Geschrieben von: frasch | |||
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Wer mit seinem iPhone oder iPod touch viel Musik hört, der wird es nicht lange mit den Apple-Ohrhörern aushalten. Auf Grund der Bauweise der weißen Stöpsel, ist es nicht möglich einen kräftigen Bassdruck aufzubauen. Die Folge ist ein flacher und plärriger Klang. In Ear-Ohrhörer sind da schon besser, sie versiegeln den Gehörgang mit einem Ohrpolster aus Schaumstoff oder Silikon. So ist es möglich einen guten Bassdruck aufzubauen und als netten Nebeneffekt auch noch lästige Außengeräusche zu vermindern.
Doch die hier im Folgenden vorgestellten TripleFi 10vi von Ultimate Ears gehen noch einen Schritt weiter...
Die Technik Statt einem Lautsprecher kommen gleich drei (daher TripleFi) zum Einsatz. Jeder ist für einen gewissen Frequenzbereich ausgelegt. Hohe, mittlere und tiefe Klänge, werden durch spezielle Filter an den jeweiligen Lautsprecher weitergeleitet und so optimal wiedergegeben.
Das Klangspektrum erreicht durch diese clevere Aufteilung einen Bereich, der ansonsten nur in professionellen Tonstudios üblich ist. Das ist auch der Grund weshalb viele Musiker Ultimate Ears-Produkte einsetzen. Sie nutzen zwar nicht die hier gezeigten TripleFi 10vi sondern auf den individuellen Gehörgang des Nutzers angepasste Modelle, welche jedoch die gleiche Technik verwenden. Durch die Maßanfertigung erreicht die sogenannte Custom Series Preisbereiche bis 1150 $. Das günstigste Drei-Lautsprecher-Modell kostet 850 $. Hinzu kommen Kosten für das Anfertigen des Gehörgang-Abdrucks beim örtlichen Hörgeräteakustiker. Damit liegt der Preis weit über dem der TripleFi 10vi, aber dazu später mehr. Das Headset Die TripleFi 10vi sind aber nicht nur Ohrhörer. Ein eingebautes Mikro und der obligatorische Multifunktions-Button machen sie zu einem vollwertigen Headset. Über den Knopf können sowohl die Sprachsteuerung, als auch die bekannten iPod-Funktionen genutzt werden. Leider fehlt ein Lautstärkeregler. Vorsicht! Ohne das "vi" habt ihr lediglich den nahen Verwandten TripleFi 10 oder 10 Pro vor euch. Diesem Modell fehlt die Headset-Funktion, ohne einen nennenswerten preislichen Vorteil zu bieten.
Der Klang Wer seine Ohren noch nicht mit übermäßiger Lautstärke zerstört hat, wird vom Klang wahrscheinlich überwältigt sein. So war es zumindest bei mir. Ich habe bereits viele Ohrhörer ausprobiert, aber nichts kam auch nur annähernd an die TripleFi heran. Es scheint so, als stünde man mitten im Konzertsaal. Inzwischen höre ich auch wieder ältere Alben meiner Musiksammlung, da man mit den TripleFi Details im Klang entdeckt, die man vorher noch nicht wahrgenommen hat. Sie sind schlicht untergegangen. Auch das Stöbern nach neuer Musik im iTunes Store macht mit diesen Ohrhörern deutlich mehr Spaß. Zwei "Warnungen" möchte ich aber noch loswerden. Zum einen kann es passieren, dass sich euer Musikgeschmack leicht verändert, oder zumindest erweitert, denn vor allem handgemachte Musik gewinnt durch die TripleFi deutlich an Qualität. Also Gesang, akustische Gitarren, etc. Infolgedessen habe ich bei mir selbst beobachtet seit Erwerb der Ultimate Ears mehr von dieser Musik zu konsumieren. Die zweite Warnung betrifft alternative Ohrhörer. Die plärrigen Apple-Beigaben könnt ihr schon mal wieder im Karton versenken, es ist eine Qual damit Musik zu hören, nachdem man weiß was möglich ist. Es schmerzt richtig in den Ohren. Musikgenuss ist damit nicht mehr möglich. Für Sprache taugen sie noch gerade so. Andere ebenfalls hochwertige Produkte, wie beispielsweise Etymotics hf2, verlieren im Vergleich deutlich an Glanz und Wertschätzung. Wem die TripleFi zu weit aus den Ohren herausstehen, dem seien noch die Shure SE530PTH als ebenbürtiger Ersatz genannt. Sie kosten allerdings im Internet-Handel 100-120 Euro mehr und besitzen keine Headset-Funktionalität. Der Preis Die Preisempfehlung des Herstellers beläuft sich auf 309,99 Euro, jedoch kann man die TripleFi 10vi auch deutlich günstiger erwerben. Ein Preisvergleich im Internet ergab Preise um die 170-200 Euro. Wer also viel Musik hört sollte sich überlegen ob ihm bestmöglicher Klang so viel Geld wert ist. Ich hatte das Glück die Ohrhörer vorher testen zu können und konnte daher ganz bewusst diese Abwägung durchführen. Für jemanden der nicht einschätzen kann wie viel Klangqualität er durch die Ultimate Ears TripleFi 10vi gewinnen kann, mag das schwieriger sein. Das korrekte Aufsetzen Ein kleiner Nachteil der hier vorgestellten Ultimate Ears-Ohrhörer ist das etwas kompliziertere Aufsetzen. Zwar kann man die TripleFi wie normale Ohrhörer tragen, sprich mit seitlich herunterhängendem Kabel, jedoch ist dies nicht empfehlenswert. Grund dafür ist, dass es bei Bewegungen des Kopfes oder des Körpers zu unangenehmen Geräuschen kommen kann. Das Kabel reibt dann an der Kleidung und überträgt diese Misstöne direkt ins Ohr. Wer einen Kabelclip besitzt, kann diese Geräusche minimieren. Wer einen Etymotic hf2-Besitzer kennt, klaut diesem einfach seinen Clip. Er passt auch bei den TripleFi.
Besser ist es, das Kabel wie hier gezeigt über das Ohr zu legen und an dessen Rückseite erst nach unten zu führen. Das Kabel kann man sich wie einen Bügel zurechtbiegen, da es direkt unter dem Ohrhörer mit Draht verstärkt ist. Störende Bewegungsgeräusche gibt es dann so gut wie nicht mehr, bzw. sie sind so leise, dass sie bei normaler Musiklautstärke nicht mehr hörbar sind. Das Problem betrifft aber alle In Ear-Ohrhörer in mehr oder weniger starker Ausprägung.
Das Zubehör Bei der Preisklasse darf man natürlich auch jede Menge Zubehör erwarten und wird auch nicht enttäuscht. Neben Ersatz-Ohrpolstern liegen ein Reinigungswerkzeug, eine Metallbox für den sicheren Transport, sowie Adapter und Verlängerungskabel bei. Weitere Ohrpolster kann man z.B. bei Amazon bestellen. Der Clou ist aber, dass das Ohrhörerkabel austauschbar ist. Bei derart hochwertigen In-Ears würde ein Kabelbruch ansonsten den Supergau bedeuten. Ein Ersatzkabel kostet etwa 25 Euro.
Das Tuning Wer sich im Nachhinein doch noch für speziell auf seinen Gehörgang angepasste Ohrhörer interessiert, dem kann geholfen werden. Beim Hörgeräteakustiker kann man sich für etwa 100-150 Euro Aufsätze für seine In-Ears anfertigen lassen. Dazu wird ein Plastik-Abdruck des Gehörgangs erstellt (Dauer etwa 5 min) und mitsamt den Ohrhörern eingeschickt. Nach etwa zwei Wochen kann man sich dann über individuelle Ohrpolster freuen. Das erhöht auch nochmals den Tragekomfort. Ultimate Ears-App Natürlich darf auch eine App von Ultimate Ears nicht fehlen. Diese erst kürzlich im App Store erschienen. Allerdings steckt mehr Marketing als Nutzen dahinter. Da sie kostenlos ist, hat man aber beim Ausprobieren nichts zu verlieren.
Fazit Selbst die Nachteile wie hoher Preis und komplizierteres Aufsetzen, können die Begeisterung für die TripleFi 10vi nicht trüben. Leider bietet der Hersteller nur eine einjährige Garantie an. Da das Ohrhörerkabel aber austauschbar ist, ist dies nicht so tragisch, denn der wahrscheinlichste Defekt ist ohnehin ein Kabelbruch.
Kommentare (2)
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Was meint Ihr? Kann man normale in-Ears auch so verkehrt herum reinstecken und
die Schnur über das Ohr hängen?
Ich bin kein Freund der In-Ears, da sie mir entweder zu groß sind oder beim
Laufen herausfallen.
Danke für Eure Antwort.
Toller Beitrag.