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Unser viertes Interview steht heute an. Diesmal geht es um den Entwickler Michael Zimmermann, der mir auch heute die Fragen beantwortet hat. Über sein App „MusiQuiz“ haben wir bereits ein Review geschrieben und nun möchten wir ihn euch heute näher vorstellen.
iGadget-News: Wie lange entwickeln Sie schon Apps?
M. Zimmermann: iPhone Apps entwickle ich schon seit Juni 2008. Meine erste App habe ich im Juli 2008 in den Store gestellt.
iGadget-News: Wie sind Sie auf die Idee gekommen iPhone / iPod Touch Apps zu entwickeln?
M. Zimmermann: Ich entwickle schon seit 1978 Apple Software (damals auf dem Apple II) und seit 1989 COCOA/OS X (früher hieß es noch NeXTStep) Applikationen. Da liegt es nahe, sich mit der Entwicklung von iPhone- und iPod touch-Apps zu beschäftigen. Natürlich habe ich mir sofort eines der ersten iPhones gekauft und war überwältigt und fasziniert. Am liebsten hätte ich gleich losgelegt und Programme entwickelt, aber das ging ja leider nicht.
iGadget-News: Wie sammeln sie die Ideen für neue Apps?
M. Zimmermann: Viele Ideen kommen aus älteren Projekten oder Entwicklungen. Das Kreuzworträtsel ist z.B. ein immer wiederkehrendes Projekt, mit dem ich schon in den 80‘ Jahren beschäftigt war. Da gründete ich eine Firma zur Herstellung und Vermarktung von Rätseln - hauptsachlich für den Print Bereich. Dann folgten Rätsel für den Newton (Apples erster PDA) und Sharp. Später dann Online-Rätsel und so weiter. Da war das iPhone nur eine logische Konsequenz.Das „Spiel der Weisen“ kommt aus den 90‘ Jahren, als ich ein Online-Spiele Portal mit dem Namen „GameHouse“ betrieb. Es war damals sehr beliebt und erfolgreich und das iPhone ist die perfekte Plattform für ein solches Quiz-Game.Oft wird man natürlich auch durch Freunde und Bekannte auf neue und interessante Ideen gebracht.
iGadget-News: Wie viele Stunden stecken Sie wöchentlich in das Entwickeln von Apps?
M. Zimmermann: Momentan ist das mein Hauptberuf. Wie das in der Entwicklung so ist, hat man der Passion wegen auch gern mal eine 70 Stunden Woche, aber es ist immer mehr Spaß als Arbeit. Für Nerds ist das Programmieren eben ein Lebensinhalt. Ich programmiere nicht, um davon zu leben, ich lebe um zu programmieren :-)
iGadget-News: Was genau macht ihnen am Entwickeln von Apps am meisten Spaß?
M. Zimmermann: Am meisten Spaß macht die unglaublich brillante Entwicklungsumgebung (iPhone SDK) und die verwendete Programmiersprache (Objective C). Es gibt für mich keine bessere und elegantere Programmiersprache.Dazu kommt natürlich das beste Device, das ich je in der Hand gehabt habe. Es ist nicht nur technologisch fortschrittlich und funktional, sondern auch ästhetisch und innovativ und legt den Grundstein für eine komplett neue Art von Applikationen.
iGadget-News: Welches App war von der Entwicklung am aufwendigsten und wieso?
M. Zimmermann: Am aufwendigsten war mit Sicherheit das „Spiel der Weisen“. Technisch war es mit dem damaligen OS 2.0 nicht ganz trivial UI-Transitions, Sound und Highscore-Server Integration zu implementieren, den Fragenkatalog zu Entwickeln und dabei das Wesen der ursprünglichen Spielidee nicht zu vernachlässigen. Es gab mehrere Revisionen vom Spiel, bis wir endlich den finalen Spielablauf gefunden hatten.
iGadget-News: Was für Apps sind für die Zukunft geplant?
M. Zimmermann: Es wird vor Weihnachten noch ein „Bundesliga-Quiz“ geben und im nächsten Jahr folgen dann weitere Spiele sowie einige Updates. Der Schwerpunkt liegt momentan sicherlich im Bereich „Trivia“ und „Puzzle“.
iGadget-News: Welchen Aspekt finden Sie beim Entwickeln von Apps am unbequemsten?
M. Zimmermann: Keinen.
iGadget-News: Machen Sie dies haupt- oder nebenberuflich?
M. Zimmermann: Wie schon erwähnt, bin ich momentan hauptberuflicher iPhone Entwickler. Ich hoffe, dass das noch eine Weile so bleibt, weil es der beste Job ist, den ich je hatte. Zum ersten Mal in meiner langen Entwickler-Karriere kann ich selbst über alles entscheiden, brauche keine komplizierten Vertriebsprozesse, keine fantasielosen Auftraggeber, und kein 20 Mann Team, um ein Projekt zu entwickeln und zu vermarkten.
iGadget-News: Wie viele Leute helfen Ihnen die Apps zu entwickeln?
M. Zimmermann: Das ist sehr unterschiedlich und hängt stark von der Applikation ab. Immer dabei ist mein Grafikdesigner John Eberstein, der meist das „Look And Feel“ ,Design und UI-Konzept mitentwickelt. Beim „Spiel der Weisen“, „MusiQuiz“ und „Bundesliga-Quiz“ war Willi Andresen ein unverzichtbares Team-Mitglied. Er ist der Redakteur, also der Fragen-Erfinder, und verantwortlich für die Inhalte. Meist hat er den aufwendigsten Job.
iGadget-News: Wie kommen Sie auf den Namen für die Apps?
M. Zimmermann: Oft liegt es nahe wie z.B. beim „Kreuzworträtsel“ oder „MusiQuiz“, und manchmal braucht das Hirn auch einfach nur ein kleines Bierchen... Es wird aber langsam so schwierig wie einen guten Domain-Namen zu finden, da die Namen im AppStore eindeutig sein müssen.
iGadget-News: Wie viel Zeit nahm ihr App MusiQuiz zum Entwickeln in Anspruch?
M. Zimmermann: Insgesamt hat das Projekt über 12 Wochen gedauert. Ich konnte zwar viel aus dem „Spiel der Weisen“ übernehmen, aber nicht alles. Darüber hinaus musste der gesamte Fragenkatalog neu entwickelt werden und 1.800 Fragen mit je drei Antworten sind ein Haufen Arbeit - selbst für einen so erfahrenen Musikredakteur wie Willi. Da man ja aus Urheberrechts-Gründen alles neu entwickeln muss, gehen da schon viele Wochen ins Land.
iGadget-News: Einige Entwickler sind etwas verärgert über Apple, wie sie die Apps reviewen bevor sie in den AppStore kommen (eingenommen Updates). Was sagen Sie dazu?
M. Zimmermann: Ich bin sehr froh, dass Apple jede App überprüft. Zum einen ist es immer hilfreich viele Tester zu haben, bevor man ein neues Programm veröffentlicht, und zum anderen ist es wichtig, das Qualitätsniveau so hoch wie möglich zu halten. Ich war letzte Woche auf dem iPhone TechTalk in Hamburg und habe erfahren, dass ein überproportional großer Teil der abgelehnten Apps einfach beim ersten Öffnen abstürzt. Niemand von uns Entwicklern hat so eine professionelle und erfahrene QA (Qualitätssicherung) wie Apple. Wer kann schon auf 6 Geräte-Generationen mit 6 verschiedenen Betriebssystemversionen alles testen. Ich selbst habe eine BETA-Testgruppe von über 50 Leuten, aber selbst die finden nicht alle Fehler. Es ist mir doch 1.000 mal lieber, wenn Apple Fehler findet, als wenn es die Käufer meiner Apps tun.Dann sind da noch die UI Guidelines. Manchmal habe ich das Gefühl, dass kaum ein Entwickler sie je überflogen, geschweige denn gelesen hat. Es ist extrem wichtig sich daran zu halten, um dem Benutzer die Bedienung so einfach und vertraut wie möglich zu machen.Es gibt viele Grundregeln, an die sich oft einfach nicht gehalten wird und Apple ist in der Pflicht, das zu prüfen und zu überwachen.
So, das war unser viertes Interview. Wenn die neue App „BundesligaQuiz“ im AppStore erhältlich ist, werden wir sie für euch reviewen.
Wenn die neuen Apps von Michael Zimmermann im AppStore erhältlich sind, werden wir sie für euch reviewen.
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