| Apple-Event: Neues iPhone, alte iPods |
| Geschrieben von: Frank | |||
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Als erste halbwegs interessante Neuigkeit präsentierte Scott Forstall eine Postkarten-App, wie es sie bereits in zahlreichen Varianten im App Store gibt. Auch hier hat sich Apple mal wieder bei den Ideen der Entwickler bedient, denn das Prinzip ähnelt PokaMax und Co. Nachdem der Nutzer Design und Motiv der Karte ausgewählt hat, schickt Apple diese auf dem Postweg zum Empfänger. Ist die Karte angekommen, soll es auch noch eine Push-Benachrichtigung für den Absender geben. Ob der Push-Service nur für die USA realisiert werden kann oder weltweit verfügbar sein wird, lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht sagen. Mit 2,99 $ pro Karte unterscheidet er sich jedenfalls kaum von der Konkurrenz. Ein internationaler Brief schlägt sogar mit knapp 5 $ zu Buche. Im Anschluss rief Forstall den Zuhörern noch einmal die Funktionen des kommenden iOS-5-Betriebssystems ins Gedächtnis. Auch diese Infos wollen wir nicht noch einmal wiederkäuen und verweisen daher an dieser Stelle auf Apples offizielle iOS-5-Website und natürlich auf unsere eigenen iOS-5-Artikel (iOS 5 allgemein, Benachrichtigungen und iMessage, Mobile Safari, System-Apps). iOS 5 wird am 12. Oktober erscheinen. Auch Eddy Cue, der nach Forstall die Präsentation weiter führte, wusste nichts Weltbewegendes zu berichten und betete die bereits seit Monaten bekannten iCloud- (Start 12. Oktober) und iTunes Match-Features (Start Ende Oktober in den USA) erneut herunter. Neu war lediglich der neuen Find My Friends-Service, der uns ziemlich stark an Googles Latitude erinnert. Wer seinen Aufenthaltsort mit Freunden teilen möchte, kann dies also auch bald über eine Apple-Anwendung tun. iPods Phil Shiller präsentierte im Anschluss ein paar neue aber eher unspektakuläre Funktionserweiterungen für den iPod nano. Statt in einer Vierer-Anordnung lassen sich die Programmsymbole auf Apples Mini-iPod nun auch bildschirmfüllend darstellen. Durch eine Wischgeste wechselt man zwischen den Anwendungen. Praktischer ist da schon eher die Verbesserung der Fitness-Features: Läufer können ihre Trainingseinheiten zukünftig auch ohne Nike+-Dongle aufzeichnen. Wer seinen iPod nano gerne als Uhr am Handgelenk trägt, wird sich eventuell über die 16 neuen Uhren-Designs freuen, die Apple integriert hat. Alle anderen dürften spätestens jetzt mit dem Gähnen beginnen. Den kaum veränderten iPod nano will Apple für 129 Euro in der 8-GB-Ausführung anbieten. 16 GB schlagen mit 149 Euro zu Buche. Auch zum iPod touch kann Shiller nichts Neues berichten. 8 GB werden 189 Euro kosten, 32 GB 289 Euro und 64 GB 389 Euro. Damit wird auch der iPod touch etwas billiger. Ach ja: Es wird auch ein weißes Modell geben. Der neue alte iPod touch erscheint ebenfalls am 12. Oktober. iPhone 4S Statt eines iPhone 5 präsentiert Shiller abschließend das iPhone 4S, eine aufgebohrte Variante des iPhone 4. Wir fühlen uns an die Vorstellung des iPhone 3GS erinnert, das mit mehr CPU-Power und einer besseren Kamera beworben wurde. So verhält es sich auch diesmal mit dem 4S, das einen A5-Chip mitbringt und damit doppelt so schnell rechnen soll wie der Vorgänger. Die Grafik soll gar 7x flotter sein als beim iPhone 4, kräftig genug um die Grafikeffekte von Infinity Blade II darzustellen, das am 1. Dezember 2011 im App Store aufschlagen soll. Ganz glücklich ist die Namensgebung 4S nach unserer Auffassung nicht gewählt, könnte doch das 4S auch als "for ass" (Engl.: Esel, Dummkopf, Arsch) verstanden werden. Apple verspricht für das iPhone 4S eine nahezu identische Akkulaufzeit im Vergleich zum iPhone 4:
Natürlich kann man immer mehr Akku-Power gebrauchen, und auch wir hatten uns eine Prise mehr erhofft, aber bei der hoffentlich deutlich gestiegenen Rechenleistung des iPhone 4S, kann man auch mit identischen Akkulaufzeiten durchaus zufrieden sein. Apple hat außerdem das umstrittene Antennendesign des iPhone 4 verändert. Wir erinnern uns an dieser Stelle an Antennagate, und dass Apple letztes Jahr natürlich keinen Konstruktionsfehler eingeräumt hat. Die Abänderung der Antennenkonstruktion ist jedoch nichts anderes als ein indirektes Schuldeingeständnis, denn warum sollte man funktionierende Teile austauschen, zumal das iPhone 4S doch nur eine leicht überarbeitete Version des iPhone 4 darstellt? Das neue Antennendesign soll es dem iPhone 4S ermöglichen intelligent zwischen den beiden verbauten Antennen zu wechseln um bei Bedarf die Empfangsqualität zu verbessern. Auch die HSPA-Geschwindigkeit des neuen iPhones wird angehoben. Der Downlink verdoppelt sich von theoretischen 7,2 Mbit/s auf 14,4 Mbit/s. Der Uplink bleibt bei 5,8 Mbit/s. Da hiesige Mobilfunknetze schon zum Teil 21,6 Mbit/s unterstützen, wäre ein noch flotteres Mobilfunkmodul durchaus angemessen gewesen. So zieht Apple lediglich mit der Konkurrenz gleich. Immerhin wird nun das "World Phone" Realität. Apples iPhone 4S funkt als erstes uns bekanntes Smartphone sowohl mit dem in den USA und Asien üblichen CDMA-Standard, als auch mit dem in Europa gängigen GSM-Standard. Das 4S bekommt zudem eine 8-Megapixel-Kamera spendiert. Ob sich damit letztlich wirklich bessere Bilder knipsen lassen, muss sich erst noch zeigen, denn falls der Fotosensor nicht vergrößert wurde, verteilen sich mehr Pixel auf einer geringeren Fläche. Das bedeutet nichts anderes, als dass pro Pixel weniger Licht zur Verfügung steht, was bei schwierigen Beleuchtungsverhältnissen zu Bildrauschen führt. Apple hat hier klugerweise gegengesteuert und einen BI-Sensor eingebaut. Dieser soll 73% mehr Licht einfangen können und zudem für 33% schnelleres Auslösen sorgen. Ein Infrarotfilter soll die Farbtreue optimieren. Eine neue fünfteilige Linse verspricht mehr Schärfe. Für einen besseren Weißabgleich und Gesichtserkennung soll ein neuer Signalprozessor sorgen. Zusammengefasst: Das iPhone 4S bringt eine völlig neue Kamera mit. Dies macht sich auch bei Videos bemerkbar, denn erstmals kann ein iPhone in FullHD (1080p) aufzeichnen. Ein Bildstabilisator bekämpft verwackelte Sequenzen.
Preislich hat sich beim iPhone 4S nicht viel getan. Das 16-GB-Modell wird man ab dem 7. Oktober für 629 Euro vorbestellen können. Die Auslieferung folgt am 14. Oktober in den USA, Deutschland, Frankreich, Japan, Großbritannien, Australien und Kanada. Am 28. Oktober folgen zahlreiche europäische Länder, darunter auch Österreich und die Schweiz. Die deutschen Apple Stores öffnen am ersten Verkaufstag schon um 8 Uhr morgens ihre Pforten. Die 32-GB-Variante wird 739 Euro kosten. Erstmals gibt es auch ein iPhone mit 64 GB Speicher, das 849 Euro kosten wird. Das iPhone 4 wird es als abgespeckte 8-GB-Version für 519 Euro weiterhin geben, genauso wie das iPhone 3GS, das ab sofort für 369 Euro mit ebenfalls 8 GB Speicher erhältlich ist. Viele Apple Fans haben sicher mehr erwartet als ein aufgebohrtes iPhone 4 mit einem persönlichen Sprachassistenten. Und auch Giga hat sich zu 98% geirrt. Enttäuschend war auch die iPod-Linie, die diesmal scheinbar völlig übergangen wurde. Ob der iPod touch wenigstens ebenfalls einen A5-Chip eingepflanzt bekommt, werden wir wohl erst in den nächsten Tagen erfahren. Apples Website zum iPhone funktioniert momentan noch etwas unzuverlässig, das sollte sich aber in den nächsten Stunden legen. Auch ein Video zum iPhone 4S ist bereits online.
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Das heutige Apple-Event leitete der frischgebackene CEO Tim Cook. Der Nachfolger von Steve Jobs führte die Zuhörer souverän durch die Veranstaltung und wurde so seiner neuen Rolle gerecht. Wie immer begann die Veranstaltung mit eher langweiligen Geschäftszahlen, die wir euch an dieser Stelle gerne ersparen möchten.
Sehr interessant wirkt der von Scott Forstall vorgestellte Sprachassistent Siri. Dieser erlaubt es Apples Standards-Apps per Sprache zu steuern. Der Assistent erkennt dabei verschiedenste Formulierungen, man ist also nicht wie bei der bisherigen Sprachsteuerung auf spezielle Kommandos angewiesen. Siri kann Kalendereinträge vornehmen, oder prüfen ob zu einer bestimmten Tageszeit ein Meeting ansteht. Der Nutzer fragt den Assistenten so, als würde er mit seiner Sekretärin sprechen. Siri kann aber noch viel mehr, beispielsweise eingegangene Nachrichten vorlesen, oder auf selbige antworten. Der Assistent kann das Wetter ansagen, Adressen herausfinden, ortsabhängige Erinnerungen setzen, die Musikwiedergabe starten, Anrufe einleiten, etc. Siri ist die erste ernstzunehmende Innovation die Apple heute präsentiert hat und bleibt leider auch die einzige. Wie sich der Sprachassistent in den Nutzeralltag einpflegt wird vor allem davon abhängen, wie und wo man sich hauptsächlich mit dem iPhone 4S aufhält. In einer vollbesetzten Bahn wird wohl niemand freiwillig "Sende Schatzi eine SMS" in sein Smartphone sprechen, geschweige denn geschäftliche E-Mails diktieren wollen. Siri wird Englisch, Deutsch und Französisch verstehen. Wie gut der Dienst mit lokalen Dialekten klarkommt, wird sich in der Praxis zeigen.