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Fanboy-Alarm: App Stores im Test
Geschrieben von: Frank   

Die Stiftung Warentest hat App Stores ausprobiert und stellt durchweg schlechte Noten aus. Auch Apple dürfte mit dem Testurteil nicht zufrieden sein, bekommt das Softwarekaufhaus des IT-Riesen doch nur die Note Ausreichend (3,8) und landet damit hinter Google (Befriedigend, 3,3) und Microsoft (Befriedigend 3,2). Unser Blogger-Kollege Nicolas Oestreich vom iPhone-Ticker sieht sich genötigt einzuschreiten und versucht erst einmal die unabhängige Produkttest-Organisation in Misskredit zu bringen. Diese Strategie kommt uns seltsam bekannt vor. (...)

Zunächst einmal haben wir uns den Testbericht auf der Website der Stiftung heruntergeladen. Er ist für eine Gebühr von 2,50 Euro als PDF verfügbar. Doch was kritisiert das Test-Magazin eigentlich an Apples App Store?

  1. Die von einem Juristen geprüften AGB haben zur einer Abwertung um eine halbe Note geführt. Der Grund waren unzulässige Klauseln.

    Darin lässt sich Apple mehr oder weniger einen Freifahrtschein für den Umgang mit seinen Kundendaten einräumen. Wer etwa eine Löschung seiner personenbezogenen Daten beantragt, kann nicht sicher sein, dass Apple diesem Anliegen nachkommt, "Wir können die Bearbeitung von Anfragen ablehnen, wenn diese unbegründet wiederholt werden, unverhältnismäßigen technischen Aufwand erfordern oder ... extrem unpraktikabel sind..."

  2. Ein Negativpunkt waren auch die oft mangelhaften Informationen zu einer App, die teilweise nur auf Englisch oder in einer schlechten Übersetzung zur Verfügung standen.
  3. Abzüge gab es auch nicht ausreichende Produktinformationen im App Store, dazu zählen Impressum, AGB, Preis- und Zahlungsinformationen, sowie Kontaktmöglichkeiten für Nachfragen und Reklamationen.
  4. Der Umgang mit Nutzerdaten wurde ebenfalls negativ bewertet.

Natürlich enthält der Testbericht auch allgemeine Informationen zum Umgang mit Apps und App Stores. Hier bekam Apple durchaus gute Noten bei Kaufabwicklung und Bedienung. Insgesamt gingen rund 130 Kriterien in die Endbenotung ein, die der Testbericht natürlich nicht alle einzeln aufzählt.

Schon mit der Überschrift zu seinem Anti-Testbericht-Artikel ("Ein App Store ist kein Erdbeerjogurt") macht Nicolas Oestreich klar, wo er die Kernkompetenzen der Stiftung Warentest sieht. Die Messlatte des Instituts sei noch nicht an den jungen Markt der Post-PC-Produkte angepasst, meint der Blogger. Dabei erhält der App Store von Apple hauptsächlich Abwertungen für formale Fehler. Apples Geräte wurden schließlich auch nicht getestet, sondern allein das App-Kaufhaus.

Mangelhafte Übersetzungen sieht Oestreich nicht als Infrastrukturproblem, sondern schreibt sie den jeweiligen Entwicklern zu. Das sehen wir ähnlich, nur bewertete die Stiftung Warentest nicht die Art wie die die Informationen zur Verfügung gestellt wurden (Infrastruktur), sondern eben die Informationen selbst. Tummeln sich besonders viele schlampige App-Beschreibungen in einem App Store, führt dies unweigerlich zu Qualitätseinbußen. Apple kann relativ wenig dagegen unternehmen, aber Apple steht hier auch nicht in der Kritik.

Die Kritik der Stiftung Warentest, dass manche App-Store-Betreiber auf Kreditkartenzahlungen bestehen, münzt Nicolas Oestreich sofort wieder auf Apple um. Dabei wurde der Konzern aus Cupertino mit keiner Silbe erwähnt:

Einige App-Stores verlangen von den Kunden, persönliche Kreditkarteninformationen zu hinterlegen – selbst für Kleinstbeträge.

Natürlich könnte auch der App Store neben Kreditkarte, Click&Buy, sowie iTunes-Gutscheinen weitere Zahlungsmöglichkeiten wie Bankeinzug und Paypal vertragen, doch ob die bloße Anzahl an Bezahloptionen in die Bewertung mit eingeflossen ist, bleibt zumindest äußerst fraglich.

Wer den vollständigen Testbericht liest wird feststellen, dass Apples virtueller Softwareladen vergleichsweise gut abschneidet. Natürlich richtet sich der Text auch nicht an den technikbegeisterten Smartphone-Nutzer, sondern an Leute die es erst noch werden wollen. Die aufgezählten Kritikpunkte unterscheiden sich daher auch von unserer persönlichen Mängelliste. Die erwähnten Datenschutzrisiken bei der Benutzung von Apps, sind zum Beispiel für uns ein alter Hut. Wer sich allerdings noch gar nicht mit dem Thema App-Kauf beschäftigt hat, findet im Testbericht einen soliden Grundkurs zum Umgehen der häufigsten Einsteiger-Stolperfallen.

 

[Anm. d. Redaktion: In unserer Reihe Fanboy-Alarm beleuchten wir regelmäßig Blog-Artikel zum Thema Apple, welche die für eine möglichst objektive Themenbearbeitung notwendige Distanz zum IT-Konzern aus Cupertino vermissen lassen. Dabei geht es uns nicht darum Blogger-Kollegen schlechtzumachen. Stattdessen wollen wir die nach unserer Auffassung falsch dargestellten Sachverhalte korrigieren und rein aufklärerisch tätig werden.]

 

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